Jaipur „die pinke Stadt“

Wie ihr schon seht dreht sich in Rajasthan vieles um Farben, ob das die bunten Saris der Frauen sind, die unzähligen Gewürze, oder die Bemalung der Innenstadt-Häuser, die Farbenpracht ist überall präsent. Ich könnte inzwischen sogar Ziegen- von Kuhdung an Hand der braun-schwarz-Nuancen unterscheiden glaube ich, so viel von dem Zeug ist mir schon untergekommen. Davon abgesehen ist es in der Hauptstadt Rajasthans ebenso kuschlig warm wie schon in Jodhpur, daran haben auch die 6 Std Zugfahrt gen Norden nicht viel Geändert, noch immer macht sich das Klima der Thar-Wüste bemerkbar.  Obwohl es in Jaipur Pferde gibt, welche zum Transport von Waren vor den Karren gespannt werden, sind Kamele noch immer sehr verbreitet. Ebenso sieht man hier und da Elefanten, vor allem werden sie aber gehalten um damit Touristen zur ca 15 km vor der Stad gelegenen Festung zu karren. Dem Anblick nach haben weder Mensch noch Tier Gefallen an dem holprigen Ritt, aber wenigstens hat man ein Fotomotiv mehr und daheim was zu präsentieren. Ich ziehe es vor mich aus eigener Kraft zum Fort zu bewegen, durch das Gewusel am Basar vorbei am

wp-image--2107460836Wahrzeichen Jaipurs, dem Hawa Mahal (Palast der Winde), welchen Maharaja Sawaj Pratap Sigh 1799 für seine Hofdamen erbauen ließ. Es war ihnen nicht erlaubt sich unter den Pöbel zu mischen, dank der raffinierten Architektur konnten sie aber das Geschehen auf der Straße beobachten ohne gesehen zu werden. Ebenso ermöglicht die luftige Konstruktion ausreichend Kühlung hinter der Fassade, damit die Zofen keine Hitze leiden müssen. Die obligatorische Kuh, welche sich mittags zur Kühlung auf der Straße in den Schatten legt, darf auf so einem Foto natürlich nicht fehlen. Weiter führt mich der Ausflug vorbei am

wp-image--1491813521Jai Mahal Palast, welcher vor gut 250 Jahren in Mitten des Man Sagar Sees errichtet wurde. Sichtbar ist allerdings nur das oberste Stockwerk, die 4 (!) darunter befindlichen (Verließe?) werden wohl nur Gästen des heute zum Luxushotel umfunktionierten Gebäudes offenbart. Falls es euch bei dem Anblick des Sees ebenso geht wie mir und ihr euch fragt wo denn all der Müll ist, tja, der See ist tatsächlich (relativ) sauber! Er wurde nämlich um 2000 während eines der teuersten Projekte Indiens komplett entseucht und gehört heute zur Taj-Gruppe. Man kann also doch, wenn man nur will… Weiter gehts zur

wp-image--633687138Village Textile Corporation, wo ich 2011 zum erstem mal von einem Auto-Riksha zum „sightseeing“ hin verschleppt wurde. Zum meinem eigenen Erstaunen war ich in der Lage den Ort wieder zu finden, wo ich nach harter Feilscherei für maßgeschneiderte Textilien von versammelter Verkaufsmannschaft zum selbst zubereitetem Mittagessen eingeladen wurde 😉 Nach einem kurzen Chai-Tee und einer nicht ganz so kurzen Verabschiedung geht die Reise weiter zum eigentlichen Tagesziel, dem

wp-image--2500174541592 erbautem Amber Fort, welches wie es Forts üblicherweise tun, imposant auf einem hohen Berghügel liegen. Dank meiner vormittäglichen Trödelei erreiche ich es erst gegen 13 Uhr und bin von der Menge an lokalen, als auch internationalen Touristen erst mal verschreckt . Von innen kenne ich es ja bereits, also beschließe ich gegenüber die Burgmauer auf auf den Hügel zu klettern und erreiche zur heißesten Tageszeit einen Wahnsinns Aussichtspunkt.

wp-image-1988344435Hier oben scheint die Zeit still zu stehen. Ich setze ich mich an einen Schatten spendenden Aussichtspunkt und genieße sprachlos die Aussicht und die frische Briese.

Am nächsten Tag fahre ich ans andere Ende der Stadt zum

wp-image-1711009138 „Galtaji“, dem Affentempel, wo mir 50 Rupien Eintritt als sog. Spende für den Erhalt der Anlage abgeknöpft werden. Weitere 50 wären für die Kamera bezahlen. Ich weigere mich und verweise den Templer darauf dass ich keine Fotos schießen werde. Die Spende, unterstelle ich mal, wandert eh nicht dort hin wo sie eigentlich sollte, denn für den Erhalt der Anlage wird hier offensichtlich nicht viel getan, das ist schon aus der Ferne zu sehen. Inzwischen weiß ich außerdem wie die Leute in diesem Land ticken und so wundert es mich auch nicht weiter dass der Tempelmann einen streunenden Hund tritt, während er mir im selben Atemzug von diesem heiligen Ort erzählt. Das Kali Yuga tobt in vollen Zügen und in Indien ganz besonders… Immer wieder staune ich über die Schlitzohrigkeit der Einheimischen, als auch den Mangel an Mitgefühl für Mitmenschen als auch Tiere (sofern es kein Kühe sind).

wp-image--467957331 Nach einem kurzen Spießrutenlauf durch verrottete Bananenschalen, Kuh- und Affenkot, als auch vorbei an einem vollgemülltem Brunnen und einem Seitentempel an dem mir versucht wird für ein Armbändchen eine weitere „Spende“ abzuköpfen, verlasse ich die Anlage auf der gegenüberliegenden Seite. Dort begegnet mir ein „heiliger Mann“, wie er von sich selbst behauptet. Ich frage ihn ob ich ein Foto von seiner Heiligkeit schießen dürfte, er willigt ein. Anschließend fordert er Geld von mir, denn auch ein heiliger müsse ja essen. Ich sattle auf und mache mich vom Dung…

wp-image--149848960Am nächsten Aussichtspunkt sehe ich einen Inder (fast hätte ich schon Menschen gesagt…) 😉 auf einer Mauer sitzend. Er spricht mich auf höchstwahrscheinlich Hindi an, ich habe keine Ahnung was er will und antworte“english only“. Dann sehe ich zu dem Affen rüber, sehe zu ihm zurück und fahre nach kurzem Grübeln weiter…

wp-image--115790891noch mal ein letzter Ausblick auf die Stadt und zurück geht’s ins Getümmel…

wp-image-1412829127Eine weiter Tag, ein weiterer Palast – diesmal allerdings nur vermeintlich. Es ist das Albert Hall Museum, das wie es heißt von außen mehr hergibt als von innen. Auf einen Beweis kann ich verzichten ziehe weiter zum

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„Birla Mandir Temple“, welcher Gott Vishnu und seiner Gemahlin geweiht ist. Die Innenverzierungen sind beeindruckend, kein Wunder das der Bau 8 Jahre gedauert hat. Ich setze mich ein Weilchen hinein und genieße die nur von Ventilatoren unterbrochene Stille. Insgesamt bleibe ich eine Woche in Jaipur und beschließe nach jeder Menge Besichtigungen weiter zu reisen, nach Delhi.

Veröffentlicht von

VeloVagabund

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2 Gedanken zu „Jaipur „die pinke Stadt““

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